August 2013 - Dolomiten

Donnerstag, 8. August 2013

Anitas Wunsch soll morgen wahr werden - Sie möchte über den Berninapass fahren. Am liebsten eigentlich mit der Bahn, aber daran haben wir eine schlechte Erinnerung, so dass wir diese Fahrt mit unserem Reisemobil machen. Über den Julier fahren wir heute bis nach Pontresina. Dort finden wir nebst vielen Tafeln, auf denen 'Camping verboten' steht, auch einen Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs. Da parkieren wir und sehen uns Pontresina an. Ein bisschen enttäuscht sind wir allerdings schon, denn hier ist ja gar nichts los. Die meisten Hotels haben noch geschlossen. Ein paar Sportgeschäfte sind geöffnet und unser Brot, das wir eigentlich noch kaufen möchten, müssen wir uns mit einem wahren Marathon erstehen. Coop ist das einzige Lebensmittelgeschäft, das geöffnet hat, aber den müssen wir zuerst finden. Natürlich bleiben wir die Nacht über auf diesem Langzeit-Parkplatz stehen und schlafen trotz verschiedentlichen Regenschauern und Gewitter ganz gut.

Freitag, 9. August 2013

Ein strahlender Samstag erwartet uns - super. Schnell wird gefrühstückt und der Haushalt gemacht und schon bald sind wir jetzt unterwegs zum Bernina. Doch halt - wir sind schon bei der Lagalpbahn, da kehren wir noch einmal um. Die Diavolezza ruft. Und wir folgen diesem Ruf gerne. Mit der Luftseilbahn geht es bald auf die Spitze. Und hier haben wir tatsächlich eine atemberaubende Aussicht auf Bernina und Piz Palü. Wunderschön.

Samstag, 10. August 2013

Gestern sind wir noch einen grossen Teil der Strecke von Poschiavo in die Dolomiten, bis hierher nach Tonale, direkt auf dem 'Passo di Tonale' gefahren. Unterwegs haben wir noch in der Schweiz am Lago di Poschiavo eine grössere Pause gemacht und etwas gegessen. Danach haben wir per Wohnmobil das Dorf Tirana erkundet und natürlich keinen Parkplatz gefunden. Hier auf dem Pass stehen wir nun auf dem riesigen Parkplatz einer Luftseilbahn, zusammen mit ein paar anderen Reisemobilen. Zu Fuss erkunden wir dann das Dorf (und die Sportgeschäfte) und stellen, schon fast ein bisschen entsetzt, fest, im Dorfzentrum stehen auf dem offiziellen Standplatz und daneben auf einem Parkplatz weitere etwa 100 Reisemobile. Auch den Italienern, die  zurzeit gerade Ferien haben, scheint diese Gegend gut zu gefallen.

Sonntag, 11. August 2013

Bei der Weiterfahrt fällt uns ein Wegweiser auf, auf dem steht 'Madonna di Campiglio'. Das wollen wir uns ansehen, kurz entschlossen nehmen wir den notwendigen Pass unter die Räder und fahren dorthin. Nach einer kurzen Rundfahrt durchs Zentrum des schönen Dorfes entschliessen wir uns, mit einer Gondelbahn auf einen der umgebenden Berge zu fahren und dort ein 'bisschen' zu Wandern. Daraus wurde dann eine gut 4 stündige Wanderung. Das kam so. An der Bergstation angekommen haben wir uns die verschiedenen Routen angesehen und festgestellt, die 5-Seen-Wanderung dauert Anita zu lang, aber bis zum ersten See sind es gemäss der Wegweiser ja nur 45 Minuten. Das wollen wir machen und danach evtl. wieder umkehren.

Nun, später haben wir und andere Wanderer festgestellt, die Angabe auf den Wegweisern wurden vom Restaurant am See gemacht. Nach ca. 80 Minuten, also fast der doppelten Zeit, sind wir dann wirklich beim sehr schönen kleinen Bergsee angekommen. Hier haben wir uns im Restaurant verpflegt. Später haben wir dann den Weg direkt von hier, hinunter ins Tal unter die Füsse genommen. Es ging sehr unwegsam und steil hinunter und der Bergwegweg, rot/weiss markiert, war alles andere als gut zu begehen. Und trotzdem, man kann es fast nicht glauben, kommen uns Familien entgegen, die Kinderwagen mit sich tragen - unglaublich. Und eine 1/2 Stunde später, wir sind unten angekommen steht da doch ein Wegweiser des Restaurants: zum Aufstieg dauere es 15 Minuten. Nun wir nehmen dann noch den Weg durch den Wald nach Madonna di Campiglio in Angriff und stehen nach ca. 2 Stunden wieder bei unserem Wohnmobil. Etwas müde, aber gut gelaunt fahren wir nun weiter, immer Richtung Dolomiten und finden in Terlago einen schönen aber teuren Campingplatz zum Übernachten. Anita badet noch im kleinen See und wir schlafen gut.

Montag 12. August 2013

Heute Morgen sind wir weitergefahren. Hinein ins Avisiotal, Richtung Berge der Dolomiten. In Moena machen wir Rast um eine Pizza zu essen. Danach fahren wir ein kleines Stück weiter, vorbei am Latemar bis nach Vigio di Fassa. Hier nehmen wir nun den Sessellift, was heisst den, es sind deren 3 hinauf auf 2000m auf eine kleine Hochebene mit vielen Leuten und noch mehr Kinder.

Dienstag 13. August 2013

Geschlafen haben wir auf einem Seilbahnparkplatz in Alba. Eigentlich nur weil Erich beim aus dem Kreisel fahren eine falsche Strasse erwischt hat. Doch wir haben gut geschlafen und sind bereit für neue Abenteuer. Da hinauf, auf den Piz Boe, wollen wir. Anita hat zwar, angesichts der Luftseilbahn ein wenig gezögert, aber dann ..., Mobil geparkt, Wanderschuhe angeschnallt und los geht's. Da wir hier auf dem Passo Pordoi ja bereits auf 2240m sind, dauert die Fahrt auf den 3152m hohen Piz Boe nicht sehr lange.

Weiter geht die 'wilde Fahrt', wieder einmal hinunter ins Tal (wir haben in der Zwischenzeit ja bereits 11 Pässe überquert), immer Richtung Cortina d'Ampezzo. Immer wieder mal einen Halt einschieben um durchzuatmen und Fotos zu schiessen ist ob dieser grandiosen Landschaft ja fast zur Pflicht geworden.

Mittwoch 14. August 2013

Gestern haben wir in Cortina d'Ampezzo noch eine kleine Stadtrundfahrt gemacht. Nein, nicht etwa freiwillig, sondern weil wir einen Parkplatz gesucht haben und auch wegen der vielen Einbahnstrassen Natürlich haben wir nix gefunden, einfach nix, keinen Parkplatz und keinen Busparkplatz. Nun gut, wer uns nicht will, der hat schon gehabt. So fahren wir halt weiter. Die Grenze zu Österreich ist ja nicht weit entfernt und so fahren wir halt dorthin. Wie in der EU so üblich sehen wir nur an den Strassenschildern, dass wir die Grenze überquert haben. Hier angekommen machen wir Station auf einem kleinen Campingplatz in Strassen, kurz nach der Grenze. Hier stehen wir ruhig und vergleichen mit Italien extrem günstig und werden heute Nacht hier schlafen.

Donnerstag 15. August 2013

Unser heutiges Ziel ist Kitzbühl. Nach dem Frühstück, der Campingplatz hatte frische Brötchen, fahren wir nun über Lienz durch den Felbertauerntunnel auf direktem Weg nach Kitzbühl. Doch welche Enttäuschung Die 'Grossstadt' hat überhaupt Nichts, was uns irgendwie ans Tirol, an ein Bergdorf, an Gemütlichkeit oder so erinnert. Eine moderne Stadt, die irgendwo im Lande stehen kann. Also, was nun - wir fahren wieder zurück, zuerst einmal wieder Richtung Mittersill.

Kurz nach Kitzbühl, genauer gesagt bei Aurach steht ein Wegweiser: Wildpark 4km. Den wollen wir uns ansehen. Schon nach 9.5 km auf recht enger Strasse kommt dann auch schon der Parkplatz und siehe da, es hat auch Platz für ein Reisemobil. Der Park selbst, sauteuer, ist recht gross und bietet allerlei Tiere der Berge, wie grosse Hirschrudel, Wildschweine, Vögel und ein paar Exoten wie Affen. Der Rundgang ist anstrengend und nach etwa 2 Stunden geht es dann wieder zurück ins Tal. In der Zwischenzeit ist uns das nächste Ziel klar geworden, wir fahren nach Kaprun. Dort werden wir übernachten und dann morgen aufs Kitzsteinhorn fahren.

Freitag, 16. August 2013

Erstaunlich, die Fahrt mit Gondelbahn, Rundgondelbahn und Luftseilbahn auf den Gletscher kostet nur 30.00€. Die riesigen Parkplätze für ca. 3000 Fahrzeuge sind noch leer, wie sind einer der Ersten heute. Aber wir bekommen einen kleinen Eindruck, wie das hier im Winter normalerweise aussieht. Schon nach 1/2 Stunde sind wir auf 3000m angelangt. Nach einem ersten Kaffee im Bergrestaurant geht es nun hinaus auf den Gletscher. Es ist schlicht gigantisch, diese Aussicht auf die Tiroler Bergwelt. Schade, ist es doch noch ein bisschen bewölkt und die höheren Gipfel sind in Wolken gehüllt. Nach einer kurzen Zeit des Staunens steigen wir dann hinab aufs Gletscherplateau. Da sind schon jede Menge Araber mit Kindern (mit und ohne Burka), die hier Schlitten erhalten und vergnügt den Gletscher hinab schlitteln.

Samstag, 17. August 2013

Gestern Abend, nach unserer Hochgebirgstour sind wir über Zell am See nach Deutschland, ins Bad Reichenhall gefahren. Superschönes Thermalbad mit integriertem Coiffeur Salon (Anita). Nach ausgiebigem Baden im warmen Wasser haben wir dort auch übernachtet. Heute Morgen   sind wir nun unterwegs nach Prien am Chiemsee. Wir werden hier mit dem Schiff einen Ausflug auf die Herreninsel machen. Dort wollen wir das letzte Schloss besichtigen, das Ludwig II für sich bauen liess.

Zuerst steht uns ein Fussmarsch bevor, denn das Schloss liegt in der Mitte der Insel. Dann die Überraschung, Versailles ist ein kleines Schlösschen dagegen. Überhaupt wurde mit diesem Schloss, soweit es gebaut worden ist, Versailles kopiert. Alles ist einfach nur ein wenig grösser und wesentlich prunkvoller und luxuriöser. Ein Flügel ist komplett, der zweit aber noch im Rohbau. Er wurde nie fertiggestellt, da Ludwig II das Geld ausgegangen sei, er wegen Schizophrenie verhaftet wurde und angeblich anderntags Selbstmord verübt hat.

Unser Heimweg führt uns noch an der Festung Kufstein vorbei, die wir natürlich noch anschauen gehen. Der Ort ist zwar auch modern, so wie Kitzbühl, überrascht aber mit sehr viel mehr Ambiente, mit schönen Tiroler Häusern, mit Restaurants und vielen Läden in einer Art, die nicht nur Sportler ansprechen.

schön war's 


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