Juni 2012 - Holland

Donnerstag, 14. Juni 2012

Heute morgen sind wir relativ früh abgefahren. Wir haben in Ettenheim einen kurzen Werkstatttermin und möchten das vor Mittag erledigen. Durch den Zürcher Morgenverkehr ging es dann über Basel nach Ettenheim, wo wir etwa um 11 Uhr angekommen sind.
Nach unserem Termin, der die beiden Kleinigkeiten wieder in Ordnung gebracht hat, fuhren wir dann weiter, über Strassburg und die französischen Autobahnen, die, weil ja kostenpflichtig, sehr schön zu fahren sind, mit ein, zwei Pausen nach Luxembourg. Der Campingplatz liegt wunderschön, etwas ausserhalb der Stadt. Von dort sind wir dann mit dem Bus in die Innenstadt gefahren um uns die UNESCO-Weltkulturstadt anzusehen. Die Ueberraschung war dann: Alles geschlossen. Hier werden die Läden um 6 Uhr dichtgemacht. Auch auf eine Stadtrundfahrt mit dem kleinen Zug müssen wir verzichten, auch hier hiess es um 6 Uhr ist Schluss. Na ja, die Altstadt ist trotzdem schön anzusehen und unser später Besuch hatte den Vorteil, dass nicht mehr allzu viele Leute herumstanden.

Freitag, 15. Juni 2012

Nach einem gemütlichen Frühstück mit frischen Croissants sind wir heute weitergefahren bis nach Antwerpen. Hier liegt der Campingplatz direkt an der Schelde. Klein aber fein. DA heute Abend ein Konzertbesuch angesagt ist, werfen wir uns in Schale und nehmen den Weg in die Innenstadt unter die Füsse. Man hat uns erklärt, dass es zu Fuss etwa 30 Minuten seien, mit dem Bus sei es nicht so bequem, weil in die Altstadt keine Busse fahren dürfen, so hätten wir trotz Bus etwa 20 Minuten zu Fuss gehen müssen. 
Nach etwa 15 Minuten waren wir bei den Rolltreppen angelangt, die zum Tunnel hinunterführen der unter der Schelde durch führt. Und so sind wir etwa 10 Minuten unter dem Fluss spazieren gegangen. Die Altstadt von Antwerpen ist wunderschön und wir haben hier ein paar schöne Stunden verbracht. 
Am Abend liessen wir uns dann durch ein Taxi zum Theater de Roma fahren, wo Helmut Lotti zusammen mit einer Blues-Band ein zwar recht schönes, aber ungeheurlich lautes Konzert gab. Mit Tram und Taxi haben wir dann nachts um 12 unser Bett auf dem Campingplatz wieder erreicht und gut und ausdauern geschlafen.

Samstag, 16. Juni 2012

Wir haben geschlafen wie Murmeltiere. Nachdem Frühstück mit Gipfeli haben wir uns gemütlich auf den Weg nach Rotterdam gemacht. Und weil die Holländer dauernd neue Strassen und Tunnels bauen, die unser Navi noch nicht kennt, und weil wir nicht einfach über die Autobahn fahren wollen, sind wir nach 20 km Fahrt wieder in Antwerpen gelandet. Nun schliesslich hat es doch noch geklappt und wir haben den Weg an der Küste entlang unter die Räder genommen. Ueber Deiche und Brücken und über riesige Flutwehre sind wir am späteren Nachmittag in Rotterdam angekommen. Hier liegt der Campingplatz innerhalb der Stadt, direkt beim Zoo. Ist nass, eigentlich schön aber sauteuer. Zu Fuss sind wir zum nächsten Supermarkt gewandert (2 km) haben eingekauft und sind nun hier, zufrieden und studieren die Reiseführer und anderen Informationen über die Stadt, die wir morgen in Ruhe besichtigen wollen.

Sonntag, 17. Juni 2012

Es ist erstaunlich ruhig in dieser Stadt. Wir fahren mit dem Bus, der direkt vor dem Campingplatz hält zum Bahnhof. Dort in der Information kaufen wir uns Tageskarten für Bus, Tram und Metro und stürzen uns dann in die Stadt. Zuerst wollen wir das alte Wahrzeichen Rotterdams, den Euromast sehen. Mit unserem Tagesticket ist der Eintritt verbilligt und so erlauben wir uns dann auch noch einen Cafe im Turmrestaurant. Und auch hier gilt das bereits gesagte: die Stadt ist ruhig und leer, fast so wie die Innenstadt von Zürich am Sonntagmorgen.

Danach fahren wir mit dem Tram nach Delfshaven, dem ursprünglichen Zentrum der Stadt. Hier sieht es wie im Mittelalter aus. Als sei die Zeit stehengeblieben - wunderschön. Danach gehts mit der Metro zum alten Hafen. Dort stehen unter anderen die verrückten kubischen Häuser und viele, sehr viele Yachten, alte, neue, kleine und riesige.

Am Nachmittag fahren wir mit dem Wasserbus nach Dordrecht. Dies soll die älteste noch intakte Stadt in Holland sein. Der Bus braucht etwa eine Stunde. Die Fahrt verläuft ruhig und ereignislos, aber durch eine schöne Gegend. In Dordrecht bummeln wir durch die Altstadt, essen in einer original holländischen Beiz (riesige Portionen) und fahren am Abend wieder zurück nach Rotterdam. Nach einem kurzen Abstecher ins eigentliche Stadtzentrum, wo viele, ja sehr viele Grossleinwände aufgestellt worden sind, und wo sich in der Zwischenzeit tausende von Fussballfans eingefunden haben, besteigen wir um 21 Uhr den Bus nach Hause, wo wir sehr müde, aber voll schöner Bilder bald schlafengehen. 

Montag, 18. Juni 2012

Wir werden von einem Gewitter geweckt. Um 6:30 Uhr beginnt es zu donnern und zu regnen. Bevor wir heute wegfahren muss unser rollendes Zuhause in Ordnung gebracht werden. Es braucht frisches Wasser, die Tanks müssen gelehrt werden usw. 
Nun Abfahrt von Rotterdam - wir wollen nach Kinderdijk. Dort die vielen Windmühlen sehen. Ueber die riesigen Stadtautobahnen (teilweise 10spurig) verlassen wir die Stadt und finden in Kinderdijk trotz gründlichen Suchen nur Parkverbote für Motorhomes. Die wollen uns einfach nicht. Na dann, halt eben nicht, die Mühlen haben wir vom Auto aus ja trotzdem gesehen. Blödes Dorf.
Weiter fahren wir Richtung Zaandvoort, an die Nordseeküste. Hier ist noch überhaupt nichts los. Die Hotels sind noch geschlossen, die Saison beginnt erst am 1. Juli. Und das Wetter zeigt sich auch nicht gerade von der besten Seite.

Nach dem Mittagessen (da war ein kleiner Kiosk mit frischen Pommes Frites und Mayonnaise) fahren wir weiter zum nächsten Campingplatz in Amsterdam. Nach dem Einchecken geht es dann mit dem Tram in die Innenstadt. In der Fussgängerzone spazieren wir bis zum Bahnhof, nicht ohne ein paar Geschäfte von innen zu besichtigen. Und so gegen 20 Uhr geht's dann wieder zurück.

Dienstag, 19. Juni 2012

Wieder gehen wir die kurze Strecke über die Brücke bis zur Endstation des Trams und fahren in die Innenstadt. Gestern haben wir ja ein 24 Stunden-Ticket gekauft. Am Bahnhof angekommen, in der Zwischenzeit scheint die Sonne und es beginnt heiss zu werden, kaufen wir dann erstens in der Touristen-Info ein Buch über Holland. Dann entscheiden wir ganz schnell eine kleine Grachtenfahrt zu machen, denn das Schiff fährt in 2 Minuten. Amsterdam vom Wasser aus ist ganz anders als von der Strasse. 

So eine gute Stunde später beginnt dann der eigentliche Stadtspaziergang. Wir bum-meln durch die Einkaufsstrassen, durch die öffentlichen Parks, durch eine Gemäldegalerie des Museums (gratis), danach durch Chinatown und das Rotlicht-Viertel. Den Blumenmarkt können wir nicht ohne Amaryllis-Zwiebeln verlassen. Na ja, zum Trost gibts da einen wunderbaren holländischen Pfann-kuchen mit viel Grand-Marnier. 

Gegen Abend, nachdem wir in der Zwischenzeit doch recht müde geworden sind, machen wir noch eine Stadtrundfahrt mit einem Bus und sehen das was vom Wasser aus nicht gesehen werden kann. Nach einem kurzen Besuch in den Damenabteilungen von C&A und von V&D fahren wir zwar schwer beladen aber glücklich zurück zum Campingplatz.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Heute heisst's 'altes Holland'. Wir fahren über die städtischen Autobahnen raus aus Amsterdam und Richtung Norden. Wir wollen nach Enkhuisen. Hier angekommen parkieren wir neben Cars und kaufen die Tickets fürs Freilichtmuseum. Wir werden vom Parkplatz aus mit einer Fähre in etwa 15 Minuten zur Ausstellung gebracht. Dort wird uns das harte Leben in grauer Vorzeit (1750-1850) gezeigt und teilweise demonstriert. Von Bauernhäuser über Fischerkaten bis zur Windmühle und Kirche ist alles da, was früher ein Dorf ausgemacht hat. 

Nach einem feudalen Mittagessen (Thon-Sandwich) sind wir dann mit der Fähre zurückgebracht worden. Die Weiterfahrt über den Markendeich (quer übers Ijsselmeer) brachte uns nun nach Apeldoorn. Hier wollen wir einen Palast besichtigen, doch es ist 16:30 Uhr und hier wird um 17 Uhr geschlossen. Nun dann halt morgen und daher sind wir jetzt auf dem kleinen Campingplatz von Apeldoorn, aber mit Internet.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Nach den Frühstück fahren die paar Meter zurück zum Parkplatz des Schlosses 'Het Loo', das Stammschloss der Oranier. Und natürlich sind wir zu früh. Nein nicht um 9 Uhr wird geöffnet, sondern erst um 10 Uhr. Dann warten wir halt auf dem Parkplatz, wir sind momentan ja sowieso die Einzigen. Um 10 Uhr können wir dann ins Schloss. Nach dem Eintrittsobulus (12.50) und dem Anmieten von 2 Audioguides (6.00) wird uns dann aber das Schloss und gleichzeitig die Geschichte der Niederländischen Monarchie vom Mittelalter bis heute erklärt und dargestellt, so dass dieser Besuch eine reine Freude ist.

Nach dem wirklich beeindruckenden Schlossbesuch und einem recht guten Kaffee sind wir weitergefahren. Ziel: Arnheim, genauer gesagt: Burgers Zoo. Wir waren zwar vor etwa 30 Jahren schon einmal hier, aber selbst wenn wir noch gewusst hätten was wir hier sehen werden, wären wir komplett überrascht worden. So haben wir Tiere bisher noch nicht gesehen. Frei, in Gruppen mit anderen Tieren zusammen in riesigen Gehegen lebend. Einfach gigantisch, verglichen mit Zürich. Nashörner, Zebras, Antilopen, alle zusammen im gleichen Gehege. Dann eine riesige Dschungellandschaft mit Allem was dazugehört. Von Vögeln bis Seekühe. Dann eine riesige Wüstenlandschaft, ein unglaubliches Aquarium usw. usf.
Wir sind erschlagen von den Eindrücken und saumüde vom herumgehen. Und so bleiben wir diese Nacht auf dem Campingplatz von Arnheim, der nur 2 km vom Zoo entfernt ist und fahren erst morgen früh zur Floriade nach Venlo.

Freitag, 22. Juni 2012

Früh war's, heute morgen. Wir sind um 9 Uhr bereits hier in Venlo angekommen. Erstaunlich, hier dürfen wir selbstverständlich parkieren und sind als Gäste willkommen. Allerdings kostet der Park-platz € 10.00. Nun was soll's, wir wollen die Ausstellung sehen. Mit dem Shuttle-Bus fahren wir zu den Kassen wo weitere € 30.- pro Person fällig werden. Und dann mussten wir noch einige Zeit warten, bis um 10 Uhr, weil erst dann die Ausstellung geöffner worden ist. Gross ist sie, die Floriade, weitläufig und ermüdend. Und natürlich schön anzusehen. Anita schwelgt in Orchideen. Die Fahrt mit der Goldelbahn ist etwas schaukelig weil windig. Der Kaffe ist bezahlbar und so bleiben wir 6 Stunden hier und fahren dann auf einen Stellplatz, der uns und den anderen parkierten Wohnmobilen als Flyer unter den Schweibenwischer geklemmt worden ist.

Samstag, 23. Juni 2012

Wir fahren am Morgen weiter, Richtung Süden. Anita möchte den Dom von Aachen sehen. Also fahren wir nach Aachen. Aber wies das Schicksal so will, weit und breit kein Parkplatz in Sicht. Wir fahren 2 mal durch die ganze Innenstadt, aber Nichts, kein Erfolg und der Campingplatz in Aachen, den unser Navi kennt, kennt ausser ihm Niemand. Ok, dann halt zu einem Campingplatz ausserhalb der Stadt, hauptsache ein Bus fährt ins Zentrum. Aber der Campingplatz stellt sich als Golfclub heraus und auch dort gibt es für uns keinen Platz. Die blöde Stadt Aachen kann mir mal - wir fahren weiter nach Worms, die älteste Stadt Deutschlands. Dort ist der Stellplatz direkt an der Rheinpromenade und recht günstig (€ 4.-). Noch ein bisschen fernsehen und dann geht es schlafen. Der heutige Tag geht nicht unbedingt in unsere Annalen ein.
 

Sonntag, 24. Juni 2012

Wir erwachen heute Morgen durch die Rheinschiffe in Worms. Zu Fuss geht es nach dem Frühstück in die Altstadt. Doch welche Entäuschung, ausser dem Dom, den wir natürlich besichtigen und 1,2
weitere alte Häuser ist die ganze Altstadt keine Altstadt sondern nach dem Krieg neu aufgebaut und daher einfach eine, nicht besonders 'anmächelige' Stadt. 

Auf einem der Prospekte aus Worms wird gesagt, man soll nach Lorsch fahren und dort das Kloster besichtigen. Gelesen, getan. Das Kloster ist nur noch ein Fragment  aus zwei kleinen Bauten und zurzeit in Renovation. Die UNESCO bezahlt und das Geld muss verbraucht werden. Allerdings ist der kleine Sparziergang durch die Innenstaft von Lorsch schön und auf dem Dorfplatz trinken wir Kaffe mit Kuchen und hören dem  örtlichen Musikverein zu, der sich daselbst aufgebaut hat. 
Die weiterfahrt führt uns dann nach Heidelberg, wo wir das Schloss besichtigen (leider nur von aussen, denn drinnen war eine Konzertaufführung. Aber die Sicht auf die Altstadt ist recht schön.

Um 18:30 fahren wir weiter nach Bad Rappenau bei Heilbronn. Hier stehen wir nun auf dem Stellplatz des Thermalbades, das wir morgen früh besuchen werden, bevor wir dann nach Hause fahren werden.


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