Mai 2010 - Toscana

Donnerstag, 13. Mai 2010

Heute ist Auffahrt und wir haben uns entschlossen unsere allererste Fahrt mit unserem neuen Wohni zu starten. Wir fahren für ein paar Tage in die Toscana. Wie lange unser Kurzurlaub dauern wird, wissen wir noch nicht so genau.

Anita will unser neues 'rollendes Heim' Ihrer Schwester zeigen, daher führt uns die Reise zuerst einmal ins Berner Oberland, wo wir dann, nach einem schönen Tag unsere erste Nacht im Wohni verbringen.

Freitag, 14. Mai 2010

Von Spiez führt uns der Weg durch den Lötschberg nach Brig. Wir sind trotz besserem Wissen nicht so ganz sicher, ob unser Wohni auf den Zug passt, bisher haben wir das ja noch nie ausgetestet, und sind heilfroh, dass vor uns ein anderes Wohnmobil fährt.

Eigentlich wollten wir dann in Brig wieder verladen um durch den Tunnel nach Domodossola zu gelangen. Allerding hätten wir etwa 90 Minuten warten müssen. Daher sind wir dann halt über den Simplonpass gefahren. Ein Weg, der sich als absolut problemlos herausgestellt hat, und der Wetterbericht, der uns auf über 1200m Schnee versprochen hat, hat gelogen. Bei schönstem Sonnenschein sind wir in Italien angekommen und haben am Lago Maggiore in Stresa einen Parkplatz gesucht, vergeblich, nicht weil wir zu gross gewesen sind, oder weil wir ein Motorhome waren, nein ganz einfach, weil da neben uns auch noch 2 oder 3 andere Leute waren, die den See geniessen wollten. Und so ging's dann weiter Richtung Süden. Unser heutiges Ziel ist Alessandria, das wir gegen Abend und nach einem fürchterlichen Gewitter (Autobahn 40 Std/km) erreicht haben. Hier haben wir nach einigem Suchen und Durchfragen dann den Campingplatz gefunden und gut geschlafen.

Samstag, 15. Mai 2010

Wir machen uns auf um weiterzufahren, immer Richtung Süden, genauer Richtung Genua und dann weiter die Küste entlang Richtung Toscana. Nach Genua, in Rapallo beschliessen wir: weg von der Autobahn, hinunter zur Küstenstrasse und das, das haben wir dann so richtig gebüsst. In Rapallo suchten wir verzweifelt einen Parkplatz und haben dabei unser wunderschönes, neues Motorhome beschädigt. Nun waren Küste und Meer nicht mehr so wichtig, es galt zuerst das beschädigte Dach so abzudichten, dass es in einem eventuellen Regen nicht nass wurde. Also zuerst raus aus Rapallo und weiter die Küste entlang bis nach Viareggio. Dort haben wir ein Eisenwarengeschäft gefunden, das offen hatte und kauften uns Klebeband. In Viareggio gab's keinen Stellplatz, also suchten wir den örtlichen Campingplatz auf um dort, mit freundlicher Hilfe des Platzwartes und seiner Leiter unser Dach abzudichten. Glücklicherweise ist uns das einigermassen gut gelungen. Wir haben nach längerer Diskussion beschlossen, unsere Reise nicht abzubrechen und haben dann trotz Allem gut geschlafen.
 

Sonntag, 16. Mai 2010

Nach einem frugalen Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Lucca, es ist ja nicht mehr weit. In Lucca finden wir auf Anhieb einen sehr gut ausgestatteten Stellplatz und parkieren unser Mobil für einen Tag. Dann geht's zu Fuss in 10 Minuten ins Stadtzentrum. Und Lucca, das ist nun wirklich eine Reise wert. Eine wunderschöne Altstadt mit kompletter Stadtmauer empfängt uns. Wir staunen über die gut erhaltenen alten und natürlich renovierten Bauten, schauen uns Kirchen an, klettern auf Türme, spazieren über die Stadtmauer und finden uns inmitten von einem Antiquitätenmarkt, der die halbe Innenstadt belegt. Schön, Lucca gefällt uns ausserordentlich gut. 

Abends besuchen wir den Dom, da findet ein grosses Chorkonzert statt. Eintritt gratis. Wir geniessen die Melodien und Stimmen - einfach genial. Der Rückweg zu unserem, übrigens abgesicherten Stellplatz war keine grosse Sache mehr und nach einem Tag Stadtwanderung waren wir zu müde um schlecht zu schlafen.

Montag, 16. Mai 2010

Unser Stellplatz hat alles was unser Mobil braucht, wir können unseren Abwassertank leeren, das WC ausschütten und frisches Wasser nachfüllen, super. Nach dem Frühstück und der Pflege des Wohnmobils machen wir uns auf den Weg nach Pisa, das sind ja nur ein paar Kilometer. Der in unseren Führer ausgewiesene Stellplatz behagt uns aber ganz und gar nicht - es ist lediglich ein sehr grosser Parkplatz ausserhalb des Stadtzentrums und da sind auch jede Menge Fahrende. So nicht, also folgen wir dem ausgeschilderten Weg zum offiziellen Wohnmobil-Stellplatz der Stadt und landen auf einem, zwar abgesicherten Grossparkplatz für Reisebusse und Reisemobil. Nun gut, um die Sehenswürdigkeiten zu besichtigen reicht das, aber uns ist jetzt schon klar, hier bleiben wir nicht für die Nacht.

Um die Kathedrale zu besichtigen waren erst mal 15 € pro Person fällig. Um auf den Turm zu steigen wären es noch einmal 25 € gewesen. Das haben wir uns dann geschenkt. "Die spinnen die Römer !". Da das Wetter auch nicht unbedingt das "Gelbe vom Ei" ist kehren wir zum Parkplatz zurück Unterwegs treffen wir auf verschiedene Reisegruppen von Kreuzfahrtschiffen und auf dem Parkplatz wimmelt es nur so von Reisebussen der verschiedensten Reedereien und von Schwarzen, die den Touristen Taschen, Sonnenbrillen, Spielzeug usw. verkaufen wollen. Wir fahren gegen Abend weiter Richtung Süden bis nach Cecina. Dort ist ein Stellplatz auf einem Camping ausgeschildert, wo wir gerne über Nacht bleiben wollen. Doch leider hat's da in den vergangenen Tages sehr stark geregnet und dabei ist fast der halbe Zeltplatz ins Meer gespült worden. Wir haben trotzdem noch einen einigermassen ebenen Platz gefunden und sind nach einem Abendspaziergang am Wasser, und weil ohne Empfang mit unserer Satellitenanlage, früh ins Bett gegangen.

Dienstag, 17. Mai 2010

Heute fahren wir in die typische Toscana, so wie wir das von Fotos her kennen. 

Wir wollen nach Volterra einer Stadt zuoberst auf einem Hügel und sehr bekannt für viele Schules für Bildhauer. Hier wird der Marmor von Carrara verarbeitet. Ausschliesslich weisser Marmor, der auch Alabaster genannt wird. Das Wetter hat sich endlich daran erinnert, dass zur Sonne auch Wärme gehört und hier oben haben wir einen ausgeschilderten Parkplatz am Stadtrand gefunden. Die ganze Stadt ist übrigens Autofrei. Volterra gefällt uns.

Allerdings bietet diese kleine Stadt nicht so viel um einen ganzen Tag zu bleiben und so fahren wir nach dem Mittag weiter nach San Gimignano.Dieses Städtchen ist bekannt für seine Geschlechtertürme. Ursprünglich, im Mittelalter, waren gegen 70 Türme vorhanden. Jedes Einwohnergeschlecht wollte damit die anderen übertrumpfen, muss genial ausgesehen haben, war aber zu Nichts nutze. Heute sind da allerdings nur noch 14 Türme zu bestaunen. 
Wir parkieren unser Mobil etwa 3-4 Kilometer ausserhalb der Stadt in der Nähe der Sportanlagen und fahren von dort mit dem Bus ins Zentrum. Logischerweise ist dieses Städtchen komplett in der Hand von Touristen. Aber da ja noch nicht Hochsaison ist, kommt man noch durch. Nach ein paar Stunden haben wir es gesehen, sind auf einem der Türme gestanden und haben die Umgebung bestaunt.

Wir wollten dann eigentlich wieder mit dem Bus zurückfahren, aber sollten über eine Stunde warten. Wir haben also beschlossen zu Fuss zum Sportplatz zurückzugehen und sind trotz der "Schlarpen" von Anita noch vor dem Bus angekommen.

Anita ist noch nicht müde weitere solche alten Städtchen zu sehen und so fahren wir weiter zum heutigen Etappenziel nach Monteriggioni. Dies ist eine wirklich sehr kleine Altstadt mit komplett erhaltener Stadtmauer. Die Besichtigung schlug mit 4 € zu Buche und war dann auch nach 200m bereits wieder zu Ende.

Allerdings haben wir unser rollendes Heim auf einem riesigen Parkplatz direkt vor der Stadt geparkt und nachdem wir von Stadtspaziergang zurück gekommen sind, waren da 4 weitere Motorhomes das hat uns dann darin bestätigt, die Nacht hier zu verbringen. 

Mittwoch, 18. Mai 2010

Siena, wir kommen ! Heute morgen sind wir nach Siena gefahren. Parkieren mussten wir, weil wir den offiziellen Wegweisern für Motorhomes nachgefahren sind, unterhalb der Stadt auf einem Parkplatz für Busse und Motorhomes. Von da gings dann zu Fuss und zu unserem nicht geringen Erstaunen mit Rolltreppen hinauf in die Stadt. Das haben wir bisher doch noch nie gesehen, öffentliche Rolltreppen teilweise offen teilweise gedeckt, praktisch bis in Zentrum der Stadt.

Siena ist auch eine derjenigen Städte, die man einfach einmal gesehen haben muss. Selbstverständlich ist das Zentrum, das wie immer auf einem Hügel liegt, fast nur noch touristisch erschlossen und im höchsten Gebäude residiert natürlich die Stadtverwaltung, aber trotzdem scheint es uns eine Reise wert zu sein.

Nach dem Mittagessen verlassen wir Siena, auf dem Busparkplatz wollen wir nicht übernachten und fahren Richtung Arezzo. Hier finden wir einen kleinen aber feinen Stellplatz mit allem Komfort und dies zum Nulltarif, wir staunen. Eine einladende Stadt, wie immer auf einem Hügel, aber die eigentliche Altstadt ist nur sehr klein und die Neustadt voll von Läden und Restaurants und natürlich wimmelt es auch hier von Touristen und Einwohnern.

Erstaunlicherweise bietet auch Arezzo Rolltreppen, praktisch vom Stellplatz bis zur Zitadelle, eine Leistung die es zu würdigen gilt. Wir besichtigen die Stadt ausgiebig, lassen die römischen Ausgrabungen mit entsprechendem Museum, Ausgrabungen sein und sind später müde aber glücklich über die vielen Impressionen. 

Donnerstag 19. Mai 2010

Nach ausgiebigem Frühstück benutzen wir die Möglichkeiten des Stellplatzes um unser Mobil wieder auf Vordermann zu bringen. Toilette leeren, Abwassertank leeren und Frischwasser tanken. und schon fühlen wir uns wieder zum Bäume ausreissen. Heute fahren wir nach Florenz.
Nur leider haben die Götter vor Florenz ein paar Einbahnstrassen gebaut und weil wir unseren Navi nicht blind vertraut haben wurden wir mit einer Rundfahrt um den Flughafen und ins weitere Umland bestraft. Nun ja, etliche Zeit später und nach vielen Kilometern sind wir dann endlich in Scandicci eingetroffen. Da, weil hier gemäss Führer ein Stellplatz sein soll. Nur, unser Navi behauptet steif und fest, dass es eine solche Strasse in Scandicci nicht gäbe und so haben wir halt die Vorstadt abgefahren um den Platz zu finden - erfolglos. In einer Tankstelle haben wir uns dann erkundigt und siehe da, der Platz lag nur 200m von dort weg, war aber von der Hauptstrasse aus nicht einzusehen. Später haben wir dann festgestellt, dass die Strasse und somit auch der Stellplatz noch zur Stadt Florenz gehören und das hätte unser Navi problemlos gefunden (grrr..).
Nun, wir sind dann mit dem Bus ins Stadtzentrum gefahren und haben uns Florenz angeschaut. Da wir ja nicht das erste Mal in dieser Stadt waren, sind wir auch nicht unbedingt die Hauptsehenswürdigkeiten angelaufen, sondern haben beschlossen die Uffizien zu besuchen. Nachdem wir etwa eine Viertelstunde angestanden sind, wurde uns eröffnet, dass es nur schneller gehe, wenn man die Karten für die Gemäldeausstellung vorreserviert habe. Die Kolonne in der wir standen, also die Deppenkolonne, hätte ca. 2 Stunden zu warten bis wir zur Kasse vorgelassen würden. Na ja, dann halt ein anderes Mal, dann halt doch Basilika, Ponte Vecchio und Gärten.

wir sind abends dann wieder mit dem Bus (die Hin- und Rückfahrt-Tickets hat uns der freundliche Stellplatzbetreiber schon am Morgen verkauft) zurück gefahren und haben auf dem doppelt abgesicherten und bewachten Stellplatz ausgezeichnet geschlafen.

Freitag, 20. Mai 2010

Wir fahren heute leider schon wieder Richtung Norden - unsere erste Tour mit dem neuen Wohnmobil geht dem Ende entgegen. Allerdings empfinden wir keinen *Stalldrang" und beschliessen daher kurzfristig am Gardasee einen weiteren Tag zu verbringen. Dazu scheint uns Sirmione geeignet. Der Stellplatz, hervorragend angelegt und bewirtschaftet, liegt direkt am See und wir benützen zum ersten Male unsere Elektrovelos um ins Zentrum von Sirmione zu fahren. Die Dinger sind genial, fast wie ein kleines Mofa. 

Sirmione ist leider von Touristen, Gelaterias und Hotels fast zugepflastert. Doch das gibt uns die Gelegenheit, nach der Rückkehr zum Stellplatz, auch einmal Tisch und Stühle auszupacken und zu benutzen. Wirklich ein wunderschöner Platz.

Wir denken eigentlich, dass wir hier unsere letzte Nacht verbringen würden, aber daraus wurde dann doch nichts.

Samstag 21. Mai 2010 

Weiter geht's, der Schweiz zu. Erich hat keine Lust auf der Autobahn zu fahren und so wird der Weg vom Gardasee zum Comersee über die normale Strasse unter die Räder genommen. Gemütlich fahren wir durch eine überraschend schöne Landschaft. Am Comersee, bei Lecco wollen wir an den See, aber da es heute Samstag ist, ist da kein Platz zum Parken, schon gar nicht für ein so grosses Ding. Nun dann, fahren wir halt weiter. Unterwegs, in der Gegend von Erba, genehmigen wir uns in einer Pizzeria einen kleinen Snack

und fahren dann gemütlich Richtung Chiasso und von dort weiter nach Locarno.
Gemäss unserem Führer muss da auch ein Stellplatz sein. In Locarno ist gerade Bootsmesse und Chilbi, es sind heute die sogenannten 'weissen Nächte'. Den kleinen Stellplatz finden wir problemlos ausserhalb der Stadt, beim Lido. Es ist der bisher lausigste, primitivste und teuerste Stellplatz der ganzen Reise. 20 Fr pro Tag, kein Strom, kein Wasser, keine Entsorgung - wir sind wieder in der Schweiz. Der Abend wurde dann doch noch sehr schön, wir haben uns die 'billigen Böötchen' angeschaut und uns wie Millionäre gefühlt. Die weissen Nächte entpuppten sich als Stadtfest mit ganz unterschiedlicher Musik auf vielen Plätzen, mit vielen Beizli und Spektakel.

Sonntag 22. Mai 2010

Der Abschied vom Stellplatz in Locarno fällt uns leicht und wir fahren nun definitiv nach Hause. Natürlich nicht ohne an verschiedenen Orten einen Raststop einzulegen. So vor dem San Bernardino Tunnel und in Flüelen, direkt am See.

schön war's


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