Juli 2015 - Skandinavien

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Samstag, 11. Juli 2015  -  Kirchheim

Eigentlich wollte ich auf den Stellplatz fahren, aber da der Campingplatz nur € 3.00 mehr kostet, stehen wir jetzt eben da. Schön, gross und ruhig, wesentlich besser als der gekieste Stellplatz vor dem Eingang des Campings. Heute morgen so ca. 11:15 Uhr sind wir zu Hause weg gefahren und haben den Weg nach Norden unter die Räder genommen. Unmittelbar nach der Grenze habe ich den Tank gefüllt. Diesel 1.18 pro Liter. 

Mit einigen kleineren Unterbrüchen sind wir dann bis nach Tauberbischofsheim gefahren. Hier machten wir einen grossen Break mit ausführlichen Spaziergang durch die mittelalterliche Altstadt. Und um 8 Uhr abends sind wir nun auf dem Campingplatz hier in Kirchheim, kurz vor Kassel angekommen. Die Sonne scheint noch, es ist warm und es wird noch lange nicht Nacht werden.

Sonntag, 12. Juli 2015  -  Kolding

Dänemark begrüsst uns mit Nieselregen - Schade, Sonne wäre schöner gewesen. Doch was solls, hier in Kolding haben wir den Campingplatz angesteuert und sofort einen schönen Platz gefunden. Heute sind wir zeitig weg gefahren, mit Sonnenschein, und haben eigentlich nichts anderes getan als zu fahren, fahren, fahren. 625km deutsche Autobahn mit gefühlten 100 Baustellen. Tatsächlich waren es etwa 25, aber da diese Baustellen teilweise bis zu 20 km lang sind..., dazu vor in und nach Hannover und Hamburg massive Staus, nun ja, wir sind angekommen. Jetzt gibt's Nachtessen und wir sind rechtschaffen müde. Heute gehen wir zeitig zu Bett.

Montag, 13. Juli 2015  -  Kopenhagen

Wir haben noch keine Dänischen Kronen, also steht zuerst ein Besuch der Stadt Kolding an. Wir benötigen einen Bancomaten. Und den gibt es bestimmt im Zentrum. Ein Parkplatz ist bald gefunden und so spazieren wir durch die Fussgängerzone und durch Damenmodengeschäfte. Den Bancomaten habe ich dann auch gefunden. 

Dann steht das Koldinghus, das ehemalige Schloss auf dem Programm und später fahren wir dann auf die Insel Fünen (Odense). Hier wird getankt und bei Aldi frisches Brot gekauft. Nach einem kurzen, aber schmackhafen Mittagessen fahren wir danach über den Storebelt, respektive natürlich über die riesige Hängebrücke, die den Storebelt überquert.

Beim Bezahlen, ein kleines Missgeschick: wir haben doch extra einen Go-Pass gekauft, der überall die freie Durchfahrt gewähren soll (die Maut wird später abgerechnet und uns per Rechnung zugestellt). Nur, hier hats nicht funktioniert. Die Barriere öffnet sich nicht. Auch der herbeigeeilte Mensch ist momentan ratlos. Ich gebe ihm die GoBox, doch auch der Barcode darauf ist anscheinend nicht lesbar. Und so warten wir, bis der Herr alle notwendigen Informationen in seinen Computer eingegeben hat und dürfen danach weiterfahren. 
In Kopenhagen angekommen das nächste kleine Maleur - der Stellplatz im Zentrum ist voll belegt und auch nicht gerade 'anmächelig'. Vom Platzwart erhalten wir die Adresse eines Sommercampings auf der anderen Stadtseite und da stehen wir nun inmitten von Gras, sehr schön, günstig und ruhig. Was will man mehr. Der Rest des Tages, es ist jetzt 16 Uhr, verbringen wir mit Ruhen, Erholen und etwas Dösen.

Dienstag, 14. Juli 2015  -  Kopenhagen

Der erste Eindruck: sehr, sehr viele Leute hier im Stadtzentrum. Besonders auf dem Stroget, der Einkaufsmeile. Mit dem Bus sind wir heute morgen vom Campingplatz ins Zentrum gefahren. Beim Rathausplatz sind wir ausgestiegen und natürlich sind auch wir den Stroget entlang spaziert.

Genau zur richtigen Zeit sind dann bei der Amalienburg angekommen. Hier haben wir uns, zusammen mit einigen weiteren Personen (gefühlte 1 Million) die Wachablösung angeschaut. Den Leuten gefällt es, der Königsfamilie auch. Und mir, na ja ... Später sind wir einem Kanal entlang spaziert und haben in einem der Restaurants zu Mittag gegessen. 

Später war die Erkundigung Kopenhagens vom Wasser aus auf dem Programm. Mit einem der vielen  Flussschiffe haben wir eine 1 stündige Kanalfahrt gemacht.

Natürlich sind wir zur 'kleinen Meerjungfrau' gefahren worden und natürlich haben wir all die Sehenswürdigkeiten mitgenommen, die uns gezeigt worden sind. Erstaunlicherweise hat die Guide sowohl Englisch als auch Deutsch gesprochen.

Sei 20 Uhr sind wir nun wieder zurück in unserem Reisemobil. Rechtschaffen müde und reif für eine Dusche. 

Mittwoch, 15. Juli 2015  -  Ljungby

Imposant ist sie, die Brücke über den Oresund, aber ich wusste nicht, dass der grössere Teil als Tunnel unter dem Wasser und dann über eine sehr lange, aufgeschüttete Insel verläuft. Die Brücke selbst ist natürlich sehr hoch, die grossen Kreuzfahrt-Schiffe müssen ja unten durchpassen, aber nicht so gewaltig, wie ich mir das vorgestellt habe.

Nun wir haben sie passiert, wieder ohne dass unsere GoBox funktioniert hat. Danach haben wir der Zitadelle in Landskrona einen Besuch abgestattet. Im Reiseführer wird erwähnt, dass dieser Bau unter den 10 wichtigsten Sehenswürdigkeiten Schwedens anzusiedeln ist. Nun ja, ich meine, möglicherweise unter den ersten 100, aber ziemlich weit hinten in der Liste.

Weiter ging unsere Reise, immer Richtung Norden. Bei Elinge, das ist kurz vor Ljungby,  haben wir dann zum Ersten Male Elche gesehen. Und in Ljungby stehen wir nun auf dem kleinen aber feinen Campingplatz und verbringen nun einen gemütlichen Abend.

Donnerstag, 16. Juli 2015  -  Gränna

Dass Gränna ein Ferienort ist, das wusste ich ja, dass dieses Dorf aber jedem italienischen Adriadorf Konkurrenz macht, das wusste ich nicht. Ein riesengrosser Campingplatz und ausgebucht mit Feriengästen, dazu Tausende in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Nun ja, so stehen wir halt auf dem offiziellen Stellplatz, der auch 'nur' CHF 20.- pro Nacht kostet und ebenfalls fast voll belegt ist. Die Fahrt hierher, auf Landstrassen, durch die Südschwedische Seenlandschaft war wunderschön und hat sich gelohnt. Bei einem Spaziergang durchs Dorf Gränna haben wir zugesehen, wie die  angeblich 'weltbekannten' Zuckerstangen hergestellt werden. Jeder zweite Laden hier ist eine Zuckerbäckerei und macht die 'Polkagrisar', was eigentlich Pfefferminzstange heisst, die aber in jeder nur erdenklichen Geschmacksrichtung erhältlich sind. 

Freitag, 17. Juli 2015  -  Mariefred

Ein wunderschöner Campingplatz hier in Mariefred - hier bleiben wir sicherlich noch einen oder zwei Tage. Heute Morgen sind wir ja auf dem Stellplatz von Gränna aufgewacht und recht früh bereits auf der Strasse gewesen. Unser erster Stop war heute Vadstena. Hier steht eine der 3 Schwedischen Wasaburgen. Leider konnte der Teil, der am schönsten war, nicht besucht werden - schade. Nun, den nächsten Stop legten wir dann in Berg ein. Hier steht die Schleusentreppe des Götakanals. Und genau bei unserem Eintreffen wurde ein Schiff durch die Schleusen gefahren - super. Danach haben wir dann die Autobahn unter die Räder genommen und sind hierher nach Mariefred gefahren. 

Samstag, 18. Juli 2015  -  Mariefred

Das Prasseln von Regentropfen aufs Dachfenster hat uns heute geweckt. Da wir aber für heute sowieso den Besuch des Schlosses Gripsholm auf dem Programm haben, tut der Regen nicht viel zur Sache. Umso mehr, als kaum den Strandweg nach Mariefred unter den Füssen, es aufhört uns die Sonne scheint, und wir mit Regenmantel und Schirm bewaffnet. Die 2 km Fussweg sind bald geschafft und bald ist das Schloss in Sicht. Heute ist Samstag, wir haben ja nicht erwartet, heute alleine zu sein, aber gerade Tausende haben wir auch nicht erwartet. Nun wir lassen uns auch dadurch den Besuch nicht vermiesen auch nicht durch den 'saftigen' Eintrittspreis. Am Nachmittag spazieren wir noch ein bisschen durch Mariefred und nehmen dann wieder den Strandweg zum Campingplatz. Den Rest des Tages werden wir 'verfaulenzen', lesen, Rätsel lösen und/oder Baden gehen.

Sonntag, 19. Juli 2015  -  Stockholm

Wunderschönes Wetter heute, wir planen kurzfristig um. Eigentlich wollten wir heute das Schloss Drottningholm sehen und erst Morgen nach Stockholm fahren, aber eben bei dem Wetter in einem Gebäude, Nein. Also suchen wir uns zuerst einen Camping  und finden in Angby einen, na sagen wir mal Stellplatz, für unser 'Husbil'. Teuer, viel Dreck und wenig Leistung, aber in unmittelbarer Nähe zur UBahn. Gegen Mittag sind wir dann in der Innenstadt. Und pünktlich zur Wachablösung am Palast. Hier gibt man sich nicht mit einer normalen Ablösung zufrieden, nein es braucht dazu das ganze Musikkorps. Etwas später dann machen wir mit einem kleinen Schiff eine Rundfahrt und benutzen danach den HoppOn-HopOff-Bus für eine Besichtigung der Stadt Stockholm. Nach einem ausgezeichneten Nachtessen und einem ausführlichen Spaziergang durch die Altstadt 'Gamel Stan' fahren wir per UBahn so gegen 21 Uhr wieder zurück zum Campingplatz. Es war ein sehr schöner Tag.

Montag, 20. Juli 2015  -  Stockholm

Die Wettervorhersage stimmt: es regnet. Schon seit etwa 6 Uhr heute morgen. Und erstaunlich, pünktlich zum Fussweg zur UBahn hat es aufgehört und kaum in der Bahn (sie fährt zuerst ein Stück über der Erde) wieder angefangen. Wie haben wir das bloss verdient. Wieder in der Altstadt haben wir Tickets für den Besuch des Stadtpalastes gekauft und diesen soweit wie möglich angesehen, nur die Waffenausstellung haben wir ausgelassen. Leider waren wir nicht ganz alleine im Schloss. Im Hafen liegen 4 riesige Kreuzfahrtschiffe und die zusammen etwa 10000 Passagiere waren gefühlsmässig alle auch im Schloss.

Mit dem HoppOn-HoppOff-Schiff (Unser Ticket war ja den gelösten und den Folgetag gültig) sind wir danach zum Tivoli, dem Vergnügungspark Stockholm's gefahren. Und ganz erstaunlich, kleine Kinder und Rentner sind gratis. Ein Riesenrummel hier und dies trotz kurzem Gewitter. Auch das hier genossene Kebab hat ausgezeichnet geschmeckt, auch wenn die Zubereitung nicht der üblichen geglichen hat.

Nun stand uns der Sinn nach etwas mehr Ruhe. Daher haben wir das riesige Freiluftmuseum Skansen aufgesucht und in Ruhe einige der schönen alten Häuser zusammen mit den entsprechenden Handwerkern angesehen. Auch einen kleinen Zoo beinhaltet Skansen. Natürlich nur mit 'nordischen' Tieren.

Von hier aus haben wir eine geniale Sicht über die Stadt, respektive über einen Teil des Hafens.

Beim Nachhauseweg sind dann noch ins Stadtzentrum der neuen Stadt gefahren und haben uns den in Stockholm sehr umstrittenen Zentralplatz angesehen. Uns erscheint er nicht als etwas Besonderes und daher kann ich auch nicht nachvollziehen, warum er umstritten sein soll. Seit 21 Uhr sind wir nun wieder zurück im Reisemobil.

Dienstag, 21. Juli 2015  -  Gävle

Drottningholm, resp. der Palast ist eine verkleinerte Ausgabe von Versailles. Natürlich haben wir heute Morgen dieses Schloss, in dem die Königsfamilie zurzeit wohnt, besucht und besichtigt. Das prächtige Schlafzimmer der ehemaligen Königin Eleonora (17. Jahrhundert) hat Anita ganz besonders gut gefallen. Der Rest, na ja. Wir haben schon schönere und grössere Bibliotheken und besser ausgestattete Räume gesehen. Der grössere Teil des Schlossparks wurde gerade neu gerecht, mit so was Ähnlichem wie eine Egge, und konnte daher nicht begangen werden. Nun danach haben wir die Fahrt nach Norden gestartet und sind heute bis hierher nach Gävle gekommen. Der Campingplatz ist so wie alle Plätze hier, aber wenigstens ist da warmes Wasser in den Duschen.

Mittwoch, 22. Juli 2015  -  Oestersund

Fahren, fahren, fahren. Das war heute angesagt. Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir heute die doch recht ansehnliche Strecke von etwas mehr als 370 km unter die Räder genommen. Da wir weder Lust hatten Autobahnen zu benutzen (und es auch gar keine gibt in dieser Gegend) brauchten wir doch ca. 6 Stunden für die Fahrt durch einsame Tannen- und Birkenwälder, begleitet von Seen und Flüssen; und mit 'unheimlich viel Verkehr'. Mit einigen wirklich schönen, sehenswerten Stellen machten wir immer wieder Pausen. Gegen 18 Uhr ist Anita nun hier auf einem Campingplatz in Oestersund angekommen. Die Sonne scheint und wir nutzen die restliche Zeit, uns auszuruhen. 

Donnerstag, 23. Juli 2015  -  Verdalsöra 

Platsch, mit diesem Geräusch fiel heute unsere 'hochalpine' Wanderung ins Wasser. Es regnet, nein es schüttet. Wir fuhren zwar, wie geplant die 100 km nach Are, dem Schwedischen Wintersportort, aber im strömenden Regen. Natürlich haben wir uns am Morgen nicht besonders beeilt, ist ja klar. Aber gehofft haben wir, gehofft dass in Are das Wetter besser ist und wir eine Bergwanderung machen können. Der Gipfel ist zwar 'nur' auf 1450 müM, das Dorf Are auf 395 müM, so dass doch immerhin eine Höhendifferenz der Bergbahn von fast 1'000 Metern besteht. Dazu kommt, die Baumgrenze, wir haben es beim Überqueren der Passtrasse nach Norwegen gesehen, liegt auf etwa 650 müM. Und, ja es hat noch Schnee oben und auch viele Schneefelder verteilt auf den ganzen Berg. Aber wir wollten wandern, nicht schwimmen und so haben wir es gelassen und stattdessen in einem Restaurant eine Pizza verspeist. Danach haben wir dem grössten Wasserfall Schwedens, dem Tännforsen, unsere Aufwartung gemacht und sind danach über den bereits erwähnten Pass nach Norwegen gefahren, wo wir zurzeit auf dem Camping Soria Moria bei Verdalsöra stehen. 

Freitag, 24. Juli 2015  -  Trondheim

Zugegeben, die Stadt macht was her und natürlich haben wir nur die Altstadt gesehen. Dies nachdem wir ca. 30 Minuten umhergefahren sind um einen Parkplatz zu finden. Ja, es gibt einen speziellen für Wohnmobile, nur, wie nicht anders zu erwarten in einem Land das fast mehr Wohnmobile als Einwohner hat, er war total belegt. Am Hafen (lustigerweise bei der angelegten Aida Sol) sind wir dann fündig geworden und haben zähneknirschend CHF 20.00 für 5 Stunden parken bezahlt. Danach sind wir, zusammen mit den Aida-Passagieren ins Zentrum gegangen. Der Dom ist wirklich sehenswert, es soll sich dabei ja um die grösste Kirche in Skandinavien handeln. Und es ist die bisherige Krönungskirche. Gut gefallen haben uns auch die Holzhäuser am Fluss, die allesamt auf Pfählen stehen. Gestaunt habe ich dann aber, wie einfach man ein Einkaufszentrum herstellt. Man nimmt eine oder mehrere Strassen resp. Gassen und überdeckt einfach alles mit einem riesigen Glasdach - fertig ist das Einkaufszentrum. Am Abend stehen wir nun auf einem Campingplatz, etwas ausserhalb der Stadt.

Samstag, 25. Juli 2015  -  Kristiansund

Die Fahrt von Trondheim nach Kristiansund ist ruhig und angenehm verlaufen, ganz im Gegensatz zum Aufbruch vom Campingplatz. Es hatte gestern Nacht zuerst noch geschüttet und dann die ganze Nacht ein bisschen geregnet. Unser Standplatz war Wiese und ein wenig nach unten geneigt. Einfach losfahren - denkste. Die Wiese ein Sumpf. Zuerst haben wir natürlich probiert, aber ausser Spurrillen im Gras haben wir nichts erreicht. Es hiess also ein paar Stunden warten, bis die Sonne das Gras wenigstens ein bisschen getrocknet hat. Danach ASR ausschalten und ganz vorsichtig rückwärts auf die Strasse hinauf. Ein paarmal sind wir gerutscht, aber schliesslich haben wir es geschafft - hurra. 

Gegen 14 Uhr sind wir hier in Kristiansund angekommen. Dazwischen lagen, wie bereits erwähnt, eine wunderschöne Landschaft, eine Fährenstrecke und ein 6 km Tunnel unter dem Meer hindurch, danach eine Hängebrücke und eine schwimmende Pontonbrücke. Hier haben wir uns auf dem Campingplatz einen 'sumpfsicheren' Standplatz gesucht und danach in der Sonne ein paar Stunden geruht. Am Abend sind wir dann die 2 km ins Stadtzentrum spaziert, haben uns etwas umgeschaut und sind seit 20 Uhr wieder zurück.

Sonntag, 26. Juli 2015  -  Åndalsnes

Die Sehenswürdigkeit dieses Dorfes haben wir heute schnell gesehen. Ein zur Kapelle umgebauter Eisenbahnwagen. 

Der Rest der Gemeinde ist neu, denn im letzten Krieg wurde hier alles plattgebombt. Aber die Fahrt hierher, das war heute ein wunderschöner Tag. Nach Kristiansund haben wir die Atlantik-Touristenstrasse unter die Räder genommen. Einfach nur wunderschön, anders kann ich das nicht ausdrücken. Natürlich verwendet der Resiführer dazu viele Superlative, aber eben, einfach wunderschön.

Wir sind die ganze Strasse gefahren, obwohl sie im zweiten Teil doch mehr ein Singletrack denn eine Strasse ist. Sie endet bei Bud. Hier haben wir dann auch eine grössere Pause gemacht. Die verschiedenen Weltkriegsmuseen haben uns nicht speziell interessiert.

Die Strasse über Molde nach Åndalsnes wird durch eine Fähre gewährleistet. Und ausnahmsweise haben wir uns nicht auf einem Campingplatz (er ist sehr voll und eine Sumpfwiese) platziert, sondern im Hafen von Åndalsnes und haben eine super Aussicht auf die doch schon etwas höheren Berge. 

Montag, 27. Juli 2015  -  Geiranger

Genial, diese Trollstigen (Troll-Leiter), wirklich eine der eindrücklichsten Passstrassen, die ich bisher gesehen resp. befahren habe (Allerdings ist Anita nicht der gleichen Meinung). Normalerweise 10% Steigung, manchmal etwas mehr, 6 km lang und eine Höhendifferenz von 800 Metern. Gute Strasse, manchmal etwas zu schmal zum Kreuzen, musste man halt warten. Nachdem heute Morgen, nach dem nächtlichen Regen, beim Aufstehen die Sonne schien, haben wir ganz schnell gemacht und die Strasse tatsächlich nicht mit vielen anderen teilen müssen - genial.

Oben angekommen, auf 854 Metern über Meer, haben wir das Gefühl im Hochgebirge zu sein. Schnee, keine Bäume, na wie es eben so ist in den Hochalpen. Bei der Tourist-Information waren wir dann 'das einzige Wohnmobil'. Eine tolle Aussicht hinunter ins Tal und viele Pausen haben die Fahrt in Richtung Geiranger dann begleitet.

Auf der Weiterfahrt sind wir an riesigen Erdbeerfeldern vorbeigekommen. An einem Wasserfall haben haben wir dann eine Pause gemacht und erntefrische Erdbeeren gekauft.

Dann war wieder einmal das überqueren eines Fjords notwendig. Und wie auf Befehl stand die Fähre zur Abfahrt bereit. Allerdings nicht ganz günstig. Weil man ca. 250 km Weg spart, kosten die 2 Km Wasser dann CHF 38.00.

Und Geiranger, ja, hier stehen, wie fast jeden Tag, ein paar Kreuzfahrtschiffe. Wir haben hier einen wunderschönen Platz auf dem Camping erhalten (Erste Reihe = Zuschlag) und eine traumhafte Aussicht auf das Dorf Geiranger, den Fjord und die Schiffe. Da wir schon um 15 Uhr hier waren, haben wir den Rest des Tages nicht mehr getan, sondern nur geschaut und geruht.

Dienstag, 28. Juli 2015  -  Geiranger

Ein fauler Tag, ein ganz fauler Tag ist heute. Ein Ruhetag. Wir tun heute nichts ausser ein bisschen spazieren und geniessen die wunderschöne Natur, den prächtigen Tag, die Sonne und schauen dem Kommen und gehen der Kreuzfahrtschiffe zu. Also das gleiche, wie gestern Nachmittag. Die gleiche Kulisse nur die Schiffe sind heute Andere. Und das Wissen, dass gerade so etwa 8000 Leute in Geiranger sind genügt, nicht ins Dorfzentrum zu spazieren. Im Gegenteil, die andere Richtung ist genau richtig.

Mittwoch, 29. Juli 2015  -  Kaupanger

Fjorde, Gletscher, Schnee, heute haben wir alles bekommen. Denn heute war ein Fahrtag. Wir sind recht zeitig, so kurz vor 9 Uhr vom Campingplatz in Geiranger weg gefahren. Die Strasse führte direkt von Meereshöhe die Felswände hoch ins Gebirge bis auf 1500 Meter über Meer. Eine gut ausgebaute, breite Strasse mit vielen, vielen Serpentinen. Leider war die Passhöhe in den Wolken, so dass man nicht ins Tal hinunter sehen konnte. 

Dann wieder hinunter, durch viele Kilometer lange Tunnels (12 km), an einen Fjord, wieder hinauf in die Berge, nebenan Gletscher und schlussendlich hinab zum Sognefjord nach Kaupanger. 

Hier auf dem Campingplatz haben wir sofort die Fähre nach Gudvangen für Morgen Nachmittag gebucht. Eine Reise von etwa 3 Stunden. Hoffentlich bei schönen Wetter.

Donnerstag, 30. Juli 2015  -  Gudvangen

Das Wetter weckt Hoffnung. Wir erwachen bei strahlendem Sonnenschein. Der Campingplatz von Kaupanger liegt sehr schön, direkt am Fjord. Da wir ja eine Reservation für 15 Uhr haben (die Fähre um 09 Uhr war gestern bereits ausgebucht), eilt es nicht mit fertig machen und so profitiert auch unser Reisemobil von einem 'Hausputz'. So gegen 13 Uhr fahren wir gemütlich zum Fähranlegen und parkieren in der entsprechenden Reihe. Zu Fuss spazieren wir durch Kaupanger bis zur sehenswerten Stabkirche.

Mit einer halben Stunde Verspätung startet dann unsere Reise nach Gudvangen, wo wir so gegen 18:30 Uhr ankommen. Die Fahrt auf dem Sognefjord und dann im Seitenarm des Aurlandsfjord beginnt mit nicht mehr so gutem Wetter, immerhin es regnet nicht. Und als unser 'Kreuzfahrtschiff' dann in den Närovfjord, das UNESCO-Weltnaturerbe, einfährt haben wir wieder Sonnenschein. Zur Fahrt durch die Fjorde gibt es eigentlich nichts zu sagen, sondern nur schweigend zu staunen, wie schön die Natur doch ist.

Die Ankunft in Gudvangen verläuft unspektakulär, das 300 Seelendorf empfängt uns und spuckt die Autos gleich wieder aus. Meist auf die neue Schnellstrasse Richtung Voss oder Richtung Flam. Wir fahren aber nur 2 Kilometer und parkieren auf dem Campingplatz des Dorfes, wo wir den Abend verbringen werden.

Freitag, 31. Juli 2015  -  Gailo

Sie ist einfach spektakulär, die Natur in 'nur' 1'250 m.ü.M. Es sieht aus wie in den Alpen im Hochgebirge. Hierher sind wir heute von Gudvangen aus gefahren. In Voss, bei einem Zwischenhalt haben wir eingekauft und unsere Vorräte wieder aufgefüllt. 

Danach ging die Fahrt weiter, dem Hardangerfjord entlang, über Brücken, durch Tunnels und durch Kehrtunnels, so wie die Gotthard-Bahn bei Wassen. An verschiedenen schönen Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten haben wir natürlich jeweis eine Rast eingelegt. Und bei Eidfjord haben wir die MS Prinsendam der Holland-America-Line angetroffen. Jetzt stehen wir auf einem Platz in Geilo und geniessen die Abendsonne.

Samstag, 01. August 2015  -  Oslo

Der Meteoritenkrater war dann bei näherem Besehen nur eine Gletschermühle aus der letzten Eiszeit. Da haben wir uns doch etwas mehr vorgestellt. Aber nachdem wir dann auf einer der Infotafeln gelesen haben, dass der Meteorit beim Aufschlag auf die Erde verdampft wurde, war vieles klar. Und die verschiedensten Gesteinsschichten, die man hier sieht, sagen uns nicht besonders viel. Geologie war nie unsere Stärke. 

Die Weiterfahrt bis hierher, auf den Campingplatz Bogstad bei Oslo, verlief ausgesprochen ruhig und ereignislos. Zu erwähnen ist lediglich, dass wir uns auf der Gotthardstrecke an einem Ferienbeginn fühlten. Der Campingplatz ist riesig, hat Platz für etwa 600 Camper und liegt an einem kleinen See, direkt neben der Hollmenkollen-Schanze.

Sonntag, 02. August 2015  -  Oslo

Der kleine Zug, mit dem wir heute Morgen eine kurze Stadtrundfahrt gemacht haben, hat uns bis zum Schloss der Norwegischen Königsfamilie gebracht. Dies nachdem wir mit dem öffentlichen Bus vom Campingplatz (direkt davor) direkt ins Stadtzentrum gefahren sind. Das Wetter hat sich am Vormittag rasant gebessert, nachdem es fast die ganze Nacht geregnet hat. Anita kann davon ein Lied singen, sie hat ihre Schuhe draussen stehen gelassen.

Für Tickets in den Palast sind wir dann eine gute halbe Stunde angestanden, weil  eigentlich alle Führungen bereits ausgebucht resp. vorbestellt waren. Und pro Führung gab es nur noch 6 Spare-Tickets. Nun, wir haben das Teil besichtigt. Anita war happy. Einmal in einem Schloss, das bewohnt ist und Räume zu sehen, die normalerweise bewohnt sind. Na ja.

Danach haben wir die Opera besichtigt, allerdings nicht, ohne vorher auf der Karl Johan Strasse, der 'Bahnhofstrasse' Oslos ein etwas spezielles Sandwich zu verspeisen. Die Opera selbst ist ein wirklich gelungener Bau, direkt am Wasser und man kann ihr aufs Dach steigen, wortwörtlich.

Die Aussicht von hier über die Hafenpromenade kann sich sehen lassen.

Nun stand uns der Sinn nach etwas Speziellem, per Metro fuhren wir zur Holmenkollen-Sprungschanze. Und nicht nur zur Schanze, sondern auf die Schanze. Von ganz oben hat man eine phänomenale Aussicht auf die ganze Stadt - einmalig schön.

Allerdings, der Aufstieg war nicht ganz ohne. Man musste die untersten 60 Ränge der Zuschauertribüne zu Fuss erklimmen und konnte dann mit einem Schrägaufzug den Rest machen. Oben angelangt - super. Aber jetzt halte ich diejenigen, die hier mit den Ski's hinunterfahren für noch verrückter als bisher.

Montag, 03. August 2015  -  auf See

Die Color Fantasy und ihre Schwester, also die beiden Grossen der Color Line sind die grössten Fähren der Welt. Bei ihrem Bau wurde einfach das komplette Layout der 'Voyager of the Seas', dem bis vom ein paar Jahren grössten Kreuzfahrtschiff, genommen und damit eine Fähre gebaut. Die Kabinen ein bisschen kleiner und keine Balkone, der Rest ist so, wie ich das von der Voyager und Explorer of the Seas in Erinnerung habe. Von der Royal Promenade (die hier natürlich Color Promenade heisst) bis zu den Restaurants, Bars, Kino, Theater usw. Eine sehr schöne Fähre, die mehr Kreuzfahrtschiff denn Fähre ist. 

Heute Morgen haben wir ganz gemütlich zusammengepackt und sind pünktlich um 12 Uhr am Check-In gewesen. Um 14 Uhr gings los, die Sonne scheint, Liegestühle stehen bereit, was will man mehr. Die Show im Theater hat Format und die Drinks schmecken.

Dienstag, 04. August 2015  -  Kiel

Unsere Kreuzfahrt endet pünklich um 10 Uhr. Erstaunlicherweise können wir bis um 09:45 Uhr in den Kabinen bleiben, also kein Stress wie auf den italienischen Fähren. Auch hier in Kiel scheint die Sonne und es ist sehr warm. Wir bringen unser rollendes Heim umgehend auf den Stellplatz am Ende/Anfang des Nord-Ostsee-Kanals. Danach suchen wir per Bus die Innenstadt von Kiel heim. Erstaunlich, das Preisniveau das wir uns von Norwegen her gewohnt sind, hat sich schlagartig wieder normalisiert. Kaffee nicht mehr 300 Kronen (fast CHF 4.-) sondern €1.80. Und so lassen wir uns Kaffe und Kuchen resp. die Eisbecher nach dem Mittagessen wirklich schmecken. Kiel ist meiner Meinung nach nicht besonders aufregend und so sind wir so gegen 19 Uhr bereits wieder im Reisemobil (IM nicht beim, weil's im Moment regnet).

Mittwoch, 05. August 2015  -  Hamburg

Frust! Dabei hat der Tag so gut angefangen, Frische Brötchen zu Frühstück und die Sicht auf die riesige Schleuse mit vielen durchfahrenden Schiffen.

Aber, nachdem wir eine gute Stunde durch viele Staus und noch mehr Ampeln, durch die Innenstadt von Hamburg gefahren sind, war der Stellplatz komplett belegt. Also zurück, wieder mit sehr viel Stau, wieder eine gute Stunde zum Campingplatz beim nördlichen Stadtrand (von da sind wir ursprünglich gekommen), und was sagt man mir, "wir sind komplett belegt, kein freier Platz mehr". Frust! Also zurück auf die Autobahn, doch was ist das, ich habe die falsche Einfahrt erwischt und fahre gegen Norden! Die nächste Ausfahrt also wieder raus und auf der anderen Seite wieder zurück auf die Bahn. Durch den Elbtunnel raus aus der Stadt, Richtung Süden. Die erste Ausfahrt nach der Stadt Hamburg fahre ich raus, um die verschiedenen Campingführer zu konsultieren. Und siehe da, ganz in der Nähe soll bei einem Wildpark ein Stellplatz sein. Also fahren wir dorthin und siehe da; eine wunderschöne Anlage, Platz in Hülle und Fülle. Toiletten Dusche sauber - perfekt. Da es noch etwas früh zum schlafen ist (17 Uhr) gehen wir in den Wildpark und spazieren dort gute 2 Stunden, sehen Bären, Wölfe, Elche, Rot- und Damwild usw. Und nachdem wir festgestellt haben, dass wir mit Bus und Zug ganz leicht die Hamburger Innenstadt erreichen können, beschliessen wir hier 2 Nächte zu bleiben.

Donnerstag, 06. August 2015  -  Hamburg

Der Bus brauchte für die 7 km bis zum Bahnhof Harburg ganze 30 Minuten. Ich glaube, wir haben die ganze Umgebung abgefahren. Doch die Bahn fuhr umgehend und so etwa um 09:30 waren wir heute Morgen bereits in Hamburg. Es gab eine Gruppen-Tageskarte (2 Personen sind hier eine Gruppe) für €11.20, gültig für das komplette Verkehrsnetz Hamburg's. Um einen ersten Ueberblick zu erhalten haben wir mit einem offenen Bus eine Stadtrundfahrt gemacht und gestaunt, wie grün Hamburg ist. Danach sind wir zum Rathaus, ein überaus prächtiger Altbau, spaziert und haben danach dem Hamburger Michel, der St. Michaelskirche, resp. deren Turm unsere Aufwartung gemacht. Die Aussicht von oben ist umwerfend. 

Vom Michel haben wir dann den Weg zur Speicherstadt unter die Füsse genommen. Die weltgrösste Modell-Eisenbahn ist wirklich ausserordentlich. Der Besuch hat uns doch gut und gerne 2 Stunden gekostet. 

Von der Speicherstadt zu den Landungsbrücken ist nur ein kleiner Weg und von dort fahren die Hafenrundfahrten weg. Die zweitletzte des heutigen Abends kam uns gerade recht und so haben wir die nächste Stunde auf See verbracht. 

Zum Ende des Abends sind wir dann noch ein Stück auf der Reeperbahn spazieren gegangen und danach mit U-Bahn, Bus und Zug zurück nach Harburg gefahren. Hier haben wir uns ein Taxi gegönnt, das uns direkt zu unseren Reisemobil gebracht hat.

Freitag, 07. August 2015  -  Kassel

Eigentlich schade, man kann den Herkules nur von hinten fotografieren. Um ihn von vorne zu sehen, müsste man fliegen können. Dieses riesige Denkmal steht auf der Willhelms-Höhe in Kassel und ist, zusammen mit dem ganzen Bergpark ein UNESCO-Weltkulturerbe. Dazu gehören ein Schloss und eine Halbruine, sowie ein riesiger Park mit Wasserspielen und Seen. Leider sind wir zu spät um das Schloss zu besuchen und so bleibt es halt bei Herkules.

Heute morgen sind wir ganz gemütlich (wenn man Millionen von Autos und Lastwagen gemütlich nennen kann), zuerst über die Autobahn und dann über die normale Strasse hierher nach Kassel gefahren. Und nach dem Herkulesbesuch weiter, immer Richtung Süden, bis hierher auf den Campingplatz am kleinen See, auf dem wir im Moment gerade stehen. Eigentlich wollten wir noch ein bisschen weiter, hatten aber plötzlich (riesige Baustellen mit Stau, Stau, Stau) keine Lust mehr und haben einfach den nächstbesten Platz angefahren.

Samstag, 08. August 2015  -  Sulz am Neckar

Ludwigsburg hat eines der ganz grossen Deutschen Residenz-Schlösser. Leider konnten wir es nur im Rahmen einer Führung besichtigen und natürlich war fotografieren verboten (was mich nicht sehr gehindert hat). Hierher sind wir heute von Kassel her gefahren. Der Verkehr auf der Autobahn war nicht besser als gestern, lediglich die Lastwagen waren nur noch vereinzelt anzutreffen. Mit einigen Pausen sind wir so gegen 15 Uhr hier eingetroffen.

Wir sind danach weitergefahren, natürlich Richtung Schweiz. Nur so etwa nach 100 km Autobahn hatten wir endgültig genug und haben hier in Sulz einen Stellplatz, direkt am Neckar angefahren. Hier werden wir übernachten und morgen weiterfahren.

Sonntag, 09. August 2015  -  zu Hause

Seit 15 Uhr sind wir nun wieder zuhause. Wir haben heute noch das Wasserschloss in Glatt besucht und sind danach ganz gemütlich, ohne Autobahn über Tuttlingen, Singen, Aadorf zurück nach Hause gefahren. 

Damit ist nun wieder eine unserer wunderschönen Reisen glücklich zu Ende gegangen.  


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